Kategorie: Segeln

Rubrik Segeln

Die Elbe ist schön, aber…..

Wie soll ich anfangen? Die Elbe ist schön, aber die Ostsee ist schöner? Nein, das wäre ungerecht und auch nicht zu vergleichen, beides hat seine Facetten und Ansprüche. Es hat uns im Urlaub auf der Ostsee so gut gefallen, dass wir wieder dorthin möchten und zwar nicht nur für einen Sommerurlaub, sondern für eine Segelsaison. Das Schiff einfach laufen lassen und das Meer genießen zu können mit unserer X-302.

Nach dem diesjährigen Sommerurlaub haben wir uns voller Eifer daran gemacht einen Liegeplatz für das nächste Jahr in der Kieler Förde zu finden. Alles andere ist zu weit weg von Glückstadt. Die Ernüchterung kam sehr schnell, es gibt keine freien Liegeplätze in der Kieler Förde.

Entscheidungen über frei gewordene Liegeplätze können erst zum Ende des Jahres mitgeteilt werden, aber die Aussicht nach einem freien Liegeplatz ist gering. Nach einigen Überlegungen käme noch Maasholm in Frage, aber der Weg ist einfach zu weit fürs Wochenende. Trotzdem angefragt und, Warteliste Platz 44 🙁

Also bleiben wir auf der Elbe und warten bis sich jemand bei meldet, dass noch ein Platz für uns frei wird?

Nach dem Rauskranen musste das Boot für den Transport in das Winterlager noch verzurrt werden. Es kam eine Seglerin vorbei und erzählte mir, dass sie in Marina Minde 🇩🇰 liegen würden und es total schön dort sei. Marina Minde ist in Dänemark 🇩🇰, ja bestimmt schön aber so weit weg, Maasholm lag bereits außerhalb unseres gesetzten Ziels, aber Dänemark ?

Da unser Herbsturlaub gerade begonnen hat und Corona uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat für ein paar Tage weg zu fahren, fanden wir die Idee gut einen Tagesausflug nach Dänemark zu unternehmen 😉

Tja, wie soll ich anfangen, gesetzte Grenzen sind dazu da um sie über den Haufen zu werfen?

Im Ort Egernsund 🇩🇰 auf einer Anhöhe angekommen und einen ersten Blick auf die Flensburger Förde war der erste Stich. Die Anfahrt zum Hafen war der zweite Stich. Der Hafen hat es uns beim ersten Eintreffen angetan, wir haben uns dort sofort wie Zuhause gefühlt. Der Hafen liegt abgeschieden, außer ein paar Ferienhäuser ist dort weiter nichts, einfach traumhaft schön mit der passenden Hafenatmosphäre. Viel zu überlegen gab es da bereits nichts mehr.

Fünf Tage später sind wir mit Fragen im Gepäck nochmal hin gefahren um diese zu klären. Auch dieses Mal sind wir wieder sehr aufgeschlossen und freundlich empfangen worden.

Klar wird hier eine Dienstleistung angeboten, aber alles mit Freundlichkeit und dem Gefühl hier gut aufgehoben zu sein. Nach ein paar Rückfragen u.a. zu den Größen der Boxen haben wir uns dazu entschlossen, für das kommende Jahr einen Liegeplatz zu buchen. Auch In Bezug auf Corona sollten die Grenzen wieder geschlossen werden, haben wir eine positive Auskunft bekommen.

Am Steg haben wir nette Segler aus Husum und Flensburg kennengelernt. Alle sind von dem Hafen und dem Personal begeistert. Eine Bestätigung für uns alles richtig gemacht zu haben.

Freuen wir uns auf die kommende Saison um „neXt level“ dort festmschen zu könnnen.

Ein paar erste Eindrücke 🙂

Imagefilm Marina Minde „Ein Stück Urlaub für Zuhause“

Mit freundlicher Genehmigung des Yachthafens Marina Minde.

Sommertörn

Seetagebuch:

1. Tag Samstag
Glückstadt – Brunsbüttel
gesegelt 15,6 nm – Zeit 3:32 Std.
Durchschnitt 4,4 kn – Max. 8,2 sm
Wind: 13 Knoten / 19 Knoten
Der Sonntag war der eigentliche geplante Tag zum Losfahren, da aber für Sonntag viel Wind und Regen vorausgesagt war, sind wir bereits Samstag Abend mit ablaufender Tide Richtung Brunsbüttel gestartet.
Zur Einstimmung nach Brunsbüttel war das schon gut, mit bis zu 16 Knoten Wind.
Nach ca. 45 Min. Wartezeit vor der Schleuse konnten wir schleusen und sind dann in den Hafen um dort fest zu machen. Wir haben in einem Päckchen neben Vereinskameraden festgemacht, die am nächsten Morgen um halb acht Richtung Glückstadt ablegen wollten.

Brunsbüttel bei Nacht, durch den regen Schiffahrtsverkehr ist dort immer etwas los

2. Tag Sonntag
Brunsbüttel- Rendsburg NOK
Motor 36 nm – Zeit 7:05 Std.
Um halb acht ging es dann auch los in Richtung Rendsburg. Kurz nach dem Ablegen ging der versprochene Regen los, als hätte der Himmel alle Pforten geöffnet. Nach ca. 1,5 Stunden hatte das Wetter alles ausgegossen, was da oben vorhanden war.

Regen was das Zeug hält

3. Tag Montag
Rendsburg – Laboe
19 nm Motor
3 nm Segelzeit auf der Kieler Förde nach dem NOK bis nach Laboe.
Zeit 5:00 Stunden gesamt.
Im Kanal haben uns viele überholt, an der Schleuse Holtenau warteten alle, als wenn sie auf uns gewartet haben um mit uns ausschleusen zu können. 🙂

Ankunft Kieler Förde in Richtung Laboe

4. Tag Dienstag
Laboe Hafentag, ordentlich Wind.
Für den Anfang zu viel Wind für uns um nach Marstal abzulegen
Mit der Fähre sind wir nach Kiel um einen Ausflug zu unternehmen.

5. Tag Mittwoch
Laboe Hafentag, erneut viel Wind.

6. Tag Donnerstag
Laboe Hafentag, wieder viel Wind.
Wir haben Wäsche gewaschen und alles vorbereitet für die Abfahrt am nächsten Tag.

Kartenarbeit

7. Tag Freitag
Laboe – Marstal
Gesegelt 31,8 nm – Zeit 9:03 Std.
Durchschnitt 3,5 kn – Max. 6,9 Knoten
Schweinswal gesehen.
Was für ein Wetter, perfekter Wind und Temperaturen, die sich dann den ganzen Urlaub durchzogen, SOMMER, ole ole !!!
Wir sind von 6 Stunden Segelzeit ausgegangen, zwischenzeitlich hat der Wind eine Pause eingelegt, was die lange Fahrtzeit verursachte.

Kiel Leutturm


Entschädigt wenn man das so sagen kann, wurden wir mit dem Auftauchen und den Geräuschen eines Tümmlers direkt neben dem Boot. Das allein war ein nie zu vergessendes Geräusch.

Einfach klasse⛵


Die Weite – übers Meer zu fahren und zu schauen ist einfach unbeschreiblich schön.

Die Weite


In Marstal angekommen und nach Ausschau eines freien Liegeplatzes stand direkt am Kopf eines Stegs jemand der uns zurief „hier ist noch ein Platz frei“.
Wie krass ist das denn, da wir eh spät dran waren dachten wir schon, dass es schwierig sein wird einen Liegeplatz zu bekommen.
Freundlicherweise hat der gute Mann uns am Steg angenommen, es wurden ein paar Sätze ausgetauscht und weg war er wieder. Nochmals vielen Dank an den Segler aus „Wedel“.

Marstal im Hafen 🇩🇰


Wir hatten nach der langen Fahrzeit schon gedacht nur schwer einen Liegeplatz zu bekommen, aber so einfach, damit hatten wir nun gar nicht gerechnet.

8. Tag Samstag
Hafentag-Marstal
Mit der Erkundung von Marstal und dem Besuch des Schifffahrtsmuseums.
Bei der Gelegenheit habe ich beim örtlichen Ausrüster ein Fall gekauft um mir eine Cunningham fürs Großsegel einzubinden. Es gibt immer etwas zu kaufen und zu basteln 🙂

Marstal
Marstal Strand

9. Tag Sonntag
Marstal – Söby
Gesegelt 31,2 sm – Zeit 8:28 Std.
Durchschnitt 3,7 – Max. 8 Knoten
Anfangs 18 Knoten dann weniger bis auf 0 Knoten
ca. 2 Stunden unter Motor
Es war so geplant, nicht innen um die Insel zu Segeln, sondern außen um die Insel nach Avernakö. Anfangs lief es gut mit bis zu 17 Knoten am Wind. Aber nach und nach ließ der Wind nach, so daß am Ende nur noch 2-3 Knoten übrig blieben, hmmm. Hätte man das am Anfang nicht so aufteilen können das der Wind gleichmäßig bleibt, ich meine ja nur…..

Kurz vor der Flaute


Planänderung und ab nach Söby. Wie sollte es auch hier wieder sein, es standen zwei Frauen am Steg und empfingen uns zum Festmachen. Klasse, haben oft gelesen, dass die Hilfe oft bemängelt wurde, bis jetzt stellte sich raus, bei uns nicht. Wie sich herausstellte war dies ein kleiner gemütlicher Hafen. So gemütlich das wir im Nachhinein noch gedacht haben, warum sind wir nicht noch einen Tag länger geblieben.

Hafeneinfahrt von Söby

10. Tag Montag
Hafentag Söby
Schönstes Wetter um den Ort und die Umgebung zu erkunden.
Es war so warm das ich keine Lust hatte 5 KM zu laufen um zu dem Leuchtturm zu kommen. Vom Wasser aus sieht er besonders toll aus. Gebaut 1881, als Andenken haben wir später ein gemaltes Bild im Rahmen gekauft 🙂

Hafen von Söby
Weg zum Strand

Tag Dienstag
Söby – Maasholm
Gesegelt 26,4 sm – Zeit 6:27 Std.
Durchschnitt 4,1 – Max. 8,5 Knoten
Schweinswal gesehen

Etwas weit weg, aber immerhin 🐬


1x gerefft, vorsorglich da am Horizont eine schwarze dunkle Front aufzog, da aber der Regen und der Wind ausblieb, haben wir wieder ausgerefft.
Aufgrund der Windverhältnisse haben wir einen Schlag nach Maasholm gemacht. Beim Ablegen waren wir noch offen mit dem Ziel und hatten die Möglichkeit nach Mommark, Sonderburg oder Höruphav zu Segeln. Sonderburg oder Höruphav wäre genau gegen an gewesen.

Tag Mittwoch
Hafentag Maasholm
Wind bis zu 23 Knoten in der Spitze.
Wir haben den Ort erkundet und wie oben erwähnt das Bild in einer Galerie gekauft.

Schöner Weg in einer Baumallee
Abendstimmung in Maasholm


Ein schöner gemütlicher Hafen wo wir uns vorstellten könnten, mal eine Saison das Boot liegen zu haben. Aber die Anfahrt ist dann doch leider etwas zu weit, schade.

Kochen ging hervorragend

Tag Donnerstag
Maasholm – Laboe
Gesegelt 24,2 sm – Zeit 7:30 Std.
Durchschnitt 3,2 – Max. 6,4 Knoten
Der Plan war nach Eckernförde zu Segeln. Der Plan wurde jedoch in der Eckernförder Bucht über Bord geworfen, da der Wind schlagartig nachließ.
Als wird endlich aus der Landabdeckung raus waren lief es mit einen kleinen Verholeschlag gut bis nach Laboe.

Ausfahrt aus der Schlei

Tag Freitag
Hafentag – Laboe

Tag Samstag
Laboe
Gesegelt 9,04 sm – Zeit 2:14 Std.
Durchschnitt 4.0 – Max 6,7 Knoten
Da wir einen festen Platz in der Marina hatten konnten wir ablegen, in der Kieler Förde Segeln und wieder am gewohnten Platz anlegen, herrlich.

Fast wie in der Südsee

Tag Sonntag
Abfahrt in den NOK – nach Rendsburg
23,6 sm – 5:21 Std.
Alles unter Motor 5:21 Min.
1,5 Stunden vor der Schleuse in Holtenau gewartet. Bis auf einen Frachter waren alles Freizeitboote in der Schleuse.
Rendsburg eignet sich als Zwischenstopp, dann ist die Durchfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal nicht so lang, jedenfalls gefühlt.

Tag Montag
Weiterfahrt Rendsburg nach Glückstadt
Abfahrt 7:30 – Ankunft Schleuse Brunsbüttel 14:30
Motor 7 Stunden fahrt
ca. 30 Min. Wartezeit vor der Schleuse
49,3 sm – Zeit 9:24 Stunden
max. gesegelt 10 Knoten
1,5 Stunden von Brunsbüttel nach Glückstadt gesegelt
Ankunft 17:00 Uhr
Zum Abschluss wurden wir nochmal verwöhnt von Brunsbüttel nach Glückstadt.

Auf der Elbe angekommen kurzt vor dem Auffrischen des Windes


Der Wind frischte auf, so daß wir noch gute bis zu 16 Knoten Wind hatten.

Für unseren ersten Törn auf der Ostsee ist es perfekt gelaufen. Keine Manöver sind schief gelaufen, dass Boot zeigte für den ersten großen Auflug nach dem Kauf im letzten Jahr kein bösen Üerraschungen.
Das Leben auf dem Boot war für die ganze Zeit sehr entspannt. Kochen, abwaschen und alle anderen Dinge liefen klasse.
Zum Anfang haben wir uns viel den Kopf gestoßen oder viel gesucht, wo haben wir was verstaut, aber nach einer Eingewöhnungsphase lieft alles klasse.
Freuen wir uns auf das nächste Jahr !

Ausflug um die Ecke

Ein Wochenende etwas in die Länge gezogen in dem wir von Freitag auf Samstag um die Ecke nach Wewelsfleth gesegelt sind.

Glückstadt an der Pier 🙂

Zufahrt zur Stör, Anmeldung über Funk für die Durchfahrt
Die „PEKING“ kurz vor der Fertigstellung
Karte: nv charts

Das war der Weg zurück am Samstag nach Glückstadt. Leider ohne Segel da nur ein Hauch von Wind war, für eine „X“ gegen die Tide leider zu wenig. Vorhergesagt waren für den Nachmittag Unwetter, deshalb rechtzeitig abgelegt und los. Aus dem vorhergesagten Unwetter wurde ein kleiner Durchzug einer Böenfront und anschl. ein kurzer heftiger Regenschauer. Egal, dass Beste daraus gemacht. „Der Weg ist das Ziel 😉 “

Funkerät eingebaut

ICOM IC-M330

Oft umstritten im Freizeitbereich in Handy Zeiten aber für mich nach wie vor wichtig auf einem Segelboot.

Die Mobilfunk Abdeckung vom Land ist auf See schnell verloren und dann wenn man Hilfe benötigt ? Selbst auf der Elbe mit dem Fährverkehr Glückstadt-Wischhafen hat das Funkgerät bereits seinen Dienst getan. Weiter wäre da der Austausch mit der Schleuse vom NOK, oder die Anmeldung für die Durchfahrt eines Speerwerks. Es gbit viele weitere Gründe die für ein Funkgerät sprechen.

ATIS hat das Funkgerät auch mit einer zugeteilten Rufnummer, die hier oben auf der Elbe keinen großen Sinn macht. Über einen Anruf oder eine Nachricht in Form eines Briefumschlags auf dem Display würde ich mich freuen 🙂

Wir wären soweit, wenn da nicht…

Winterlager
Fertig zum Wassern

Da freut man sich den ganzen Winter darauf, dass neue Schiff ins Wasser bringen zu können und das es endlich los gehen kann. Das Schiff für ein paar Tage im Herbst nutzen können und nun das.

Das ganze Leben ist runtergebremst, nichts oder nur wenig geht noch. Das Virus hat uns im Griff. Es ist wie in einem Hollywood Film, leider nur real. Anfangs dachten wir das ist in China, weit weit weg und trift uns nicht. Tja weit gefehlt und wie es uns getroffen hat. Keiner hätte in solch einem Ausmaß damit gerechnet. Jetzt heißt es, zuhause bleiben und hoffen, dass sich die Infektion verlangsamt.

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch froh sein mit dem Verlauf bei uns in Deutschland. Leider sieht es in anderen Ländern viel, viel schlimmer aus und die Gedanken sind bei denen, die bereits verstorben, im Krankenhaus liegen und die vielen Menschen die sich für uns einsetzten. Vielen Dank für den Einsatz !

Hoffen wir, dass wir gesund bleiben und das der nächste Bericht hier auf dem Blog wieder etwas mit Segeln zu tun hat.

Bleibt gesund !

Ab ins Winterlager

Am letzten Wochenende sollte eine ordentliche Runde gesegelt ⛵️ werden. Nach der großen Vorfreude kann dann die Ernüchterung :

Wind, wo bist du ?

Wir konnten gerade mal in der Strömung unsere Position halten, es war nur ein Hauch von einem Luftzug zu spüren. Also wurde der Sonnenschein und auf dem Wasser sein zu können, genossen.

Nun aber war es an der Zeit, dass Boot ins Winterlager zu bringen. Geplant war Dienstag, ein Blick morgens auf dem Fenster sagte Eindeutig „NEIN“. Grau, dunkel und viel Wasser von oben machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Fahrt ins Winterlager sollte ein passender Abschluss werden, also heute dann eben nicht. Der Donnerstag versprach ein guter Tag zu werden laut Wettervorhersage, Sonnenschein und ein moderater Wind. Und tatsächlich, am Donnerstag schien die Sonne, zur großen Freude ist mein Sohn Elias mitgekommen, der spontan Lust dazu hatte das Boot mit nach Harburg zu bringen.

Elias, schön das du dabei gewesen bist 🙂

Das mit dem Sonnenschein passte, aber wo war der vorhergesagte Wind, wieder Fehlanzeige. Nach etwas Vortrieb entschlossen wir uns unter Motor weiter zu fahren, denn es lagen ca. 25 Seemeilen vor uns. Dann kam das große Erwachen, der Motor sprang nicht an. Treibend auf der Elbe mit dem Ziel, dass Boot ins Winterlager zu bringen verschwand unser Vorhaben vor unseren Augen. Da meine technischen Fähigkeiten was Motoren betrifft überschaubar sind wurden kurzerhand drei Telefonate geführt um nach Unterstützung zu suchen wo der Fehler liegen könnte, leider ohne Erfolg. Die Überlegung war jetzt, entweder zurück nach Glückstadt gegen Tide oder bis Wedel treiben zu lassen. Wahrscheinlich hätten wir es treibend bis kurz vor Wedel geschafft und wären dann wieder zurück nach Glückstadt getrieben ☺️. Ein letzter Versuch an den Kontakten der Batterie zu rütteln brachte wieder Leben auf das Schaltpanel. Also Motor an und los in Richtung Hamburg. Trotz der langen Fahrt unter Motor haben wir die diese dann doch noch genießen können. Aber zu Segeln ⛵️ ist einfach vieeeeeel schöner, ich könnte kein Motorboot Fahrer werden 😊.

Langsam kam der Hamburger Hafen in Sicht. Die Containerbrücken waren schon weit aus der Ferne zu sehen. Beim Annähern mit der untergehenden Sonne und den Wolken wurde uns ein farbenprächtiges Bild präsentiert.

Kurz nach der Köhlbrandbrücke war dann erstmal Schluss mit weiter fahren. Die Kattwykbrücke zum Harburger Hafen macht alle 2 Stunden auf, wir hatten etwas über eine Stunde Zeit zu warten, genau die Zeit die uns die Motorpanne kostete. Ein paar Vorbereitungen und die untergehende Sonne verschönerte uns die Wartetzeit.

Nachdem die Brücke um 20:00 Uhr hoch ging, konnten wir die letzten 20. Minuten Fahrt antreten. Die Fahrt durch den Harburger Hafen, natürlich wieder bei Dunkelheit wie schon so oft in der kurzen Zeit mit dem neuen Schiff klappe gut. Dort im Dunkeln angekommen und das Schiff festgemacht haben wir noch die Segel abgeschlagen, da es am Freitag regnen sollte und wir die Segel trocken verpackt haben wollten.

Da liegt nun das Schiff und wartet auf seinen Winterschlaf, und wir mit großer Vorfreude auf das kommende Jahr. Am kommenden Wochenende liegt noch das Kranen an. Mast legen, Boot auf den Winterlagerbock setzen und an seinen Platz bringen. Da wir noch keinen Hafentrailer haben, kommt das Boot in die Bootswerft „Peter Knief“. Dort werden wir ein Funkgerät einbauen lassen und den Motor einer Inspektion unterziehen lassen. Eine Werft, zu der ich volles Vertrauen habe und unser Boot in guten Händen weiss.

Das Funkgerät haben wir heute bei unserem örtlichen Bootsausrüster „Günter Klingbeil“ gekauft. Ein Bootsausrüster direkt vor Ort in Glückstadt. Hier bekommt man fast alles mit einer individuellen und kompetenten Beratung. Sollte es nicht verfügbar sein, wird es innerhalb von ein bis zwei Tagen besorgt 👍.

Überführung von Kiel nach Glückstadt

Angekommen in der neuen Heimat

Juhu, die X-302 ist in Glückstadt angekommen. Nachdem Ole angeboten hat das Schiff nach Kiel zu bringen, haben wir das Angebot aus Zeitgründen gern angenommen. Die Überfahrt von Marstal nach Kiel war eine richtige Abschiedsfahrt. Ole sagte uns, dass nochmal ordentlich gesegelt wurde. Bei 7 Knoten Fahrt und 5 – 6 Windstärken, in Böen mehr hatte das Team anscheinend seine Freude. Das Schiff in Kiel übernommen, alle Sachen ins Boot „geworfen“ sollte es in die Schleuse gehen. Da gerade alle Schiffe mit der MS-Europa durch die Schleuse gingen, war es vor der Schleuse leer. Kein Schiff weit und breit zu sehen. Um Klarheit zu erlangen, rief ich beim Schleusenwärter an fragte nach, wann mit der nächsten Schleusung zu rechnen sei. Der gute Mann sagte uns, dass gleich ein paar Schiffe aus der Kammer kommen würden und wir bei dem weißen ununterbrochenen Lichtsignal schnell einfahren sollen und wir dann mit können. Gesagt, getan und wir waren allein in der Schleusenkammer. Die erste Schleusung für uns und das ohne Hektik und Bedenken vor den Strömungen in der Kammer. Vielen Dank nochmal an den freundlichen Schleusenwärter des WSA. Nach dem Verlassen der Schleuse ging es die erste Etappe Richtung Rendsburg. Der Kanal darf nur bei Tageslicht befahren werden, oha als wir in Rendsburg ankamen war es bereits dunkel. Zum Glück war es windstill und wir konnten ohne Probleme einen Platz zum Festmachen in einer der Marinas finden. Am nächsten Tag ging es zur 2. Etappe Richtung Brunsbüttel. Also ganz ehrlich, der Kanal ist langweilig.

Kanalfahrt mit Abwechselung

Wenn ein größeres Schiff entgegenkommt gibt es eine Abwechslung, aber die langen geraden Passagen des Kanals haben mich geschafft.

Die Brückenkonstruktionen sind bewundernswert

Der Kanal ist 98 Kilometer lang und alle 500 Meter steht ein Schild mit der Kilometer Einteilung. Ich habe jedes einzelne Schild mitbekommen 😩

Kurz vor dem Erreichen der Schleuse in Brunsbüttel auf Sichtweite ging das Schleusentor zu. Also warteten wir vor der Schleuse ab was passiert. Kurz darauf öffnete sich die 2. Kammer und es ging ein weißes Licht an. Das weiße ununterbrochene Licht bedeutet, freie Einfahrt in die Schleusenkammer. Also rein in die Schleuse, festmachen und froh sein das auch dieser Schleusengang für uns perfekt ablief. Es schaute jemand von oben runter und meinte, es würde 20 Minuten dauern bis es los geht, aber das war uns egal. Hauptsache fest in der Schleuse und das bei schönsten Wetter.

Schleusenkammer Brunsbüttel

Aus der Schleuse raus ging es bei Wasserstillstand Richtung Glückstadt. Kurz darauf setzte der Ebbstrom ein und die Fahrt Richtung Glückstadt zog sich in die Länge da wir gegen die Tide fahren mussten. Aber der einsetzende Sonnenuntergang entschädigte uns dafür.

Sonnenuntergang Richtung Heimat

Natürlich war es auch hier wieder dunkel beim Einlaufen in den Hafen von Glückstadt. An dem Wochenende war im Hafen einiges an Seglertreffen los, kurzgesagt war der Hafen voll. Ein paar Segler aus Cuxhaven waren der Meinung, man könne nicht an deren Boot festmachen (so viel zur Seemannschaft) hatte uns ein Segler aus Finkenwerder längsseits festmachen lassen. Das Schiff war zuhause und wir waren froh, dass alles bestens bei der Überführung geklappt hat. Jetzt liegt das Boot vorerst im Binnenhafen. Dort wo es im kommenden Jahr auch liegen wird.

Angekommen im Heimathafen

Jetzt steht für dieses Jahr noch die Überführung ins Winterlager nach Harburg zu der Firma Knief an.

Auf der Suche nach einer „X“

Auf der Suche nach einem neuen Segelboot kommt man viel rum. 

Die letzten Segelboote waren schneller gefunden, nicht so wie bei diesem Schiff. Es wachsen auch die Ansprüche, so weit man diese bei einem Schiff stellen kann das ca. 25 Jahre alt sein wird und je nach Ausstattung variiert. Dazu kommen noch teilweise überzogene Preise. Wer sich näher mit dem Kauf beschäftigt hat mit der Zeit einen geschulten Überblick über die Preise und den Zustand der Schiffe. Ich musste mit dem Verkauf meines Schiffes auch auf den Boden der Tatsachen zurück kommen was den Preis angeht. Vor ein paar Jahren sah das anders aus.

Ich kann nur jeden empfehlen der sich mit dem Kauf eines Schiffes beschäftigt, mögl. viele anzusehen um sich einen Überblick zu verschaffen. Wenn das Gefühl aber auch nach dem zweiten Schiff sagt, dass ist es, dann soll es so sein

Beim ersten Schiff war noch nicht klar wie viel wir umher reisen um Schiffe anzusehen und dazu viele schöne Orte zu sehen.

Die erste Fahrt ging im September 2018 nach Kiel 🇩🇪 um eine X-99 anzusehen. Ein sehr netter Kontakt, der noch bis heute geblieben ist.  

Die zweite Besichtigung war im Oktober 2018 in Holbaek 🇩🇰 , auch eine X-99. Das erste Mal ging es für mich über die Storebaelt Brücke, eine atemberaubende Brücke.

Storebaelt Brücke

Dann sollte es nach ein paar Wochen Ruhe (Winterzeit) und einem längeren Mail-Austausch im April 2019 an den Bodensee 🇩🇪 gehen. Die Verkäufer sind das Winterhalbjahr über im Ausland und es sollte nach der Rückkehr zurück nach Deutschland zur Besichtigung gehen. Also wurden Bahnfahrkarten und eine Unterkunft gebucht. Zwei Tage vor Abfahrt wurde der Termin abgesagt, da aus der Familie jemand gefunden wurde der das Boot übernimmt, na toll. Das hörte sich alles gut und vertrauensvoll an.  

Zuerst wollten wir trotz Absage fahren um die gebuchte Fahrkarte und das Zimmer zu nutzen, aber die Enttäuschung und Freude auf dem Bodensee war gleich null , also wurde der Plan über dem Haufen geworfen. Dafür ging es kurzentschlossen für zwei Tage nach Göteburg 🇸🇪. Also wurde kurzerhand eine Fähre und ein Hotel gebucht und los ging es. Ich mag diese Dinge, alles vom Sofa übers Handy und mitlerweile ipad zu buchen. Es wurde noch schnell geschaut, ob sich nicht zufällig noch ein Boot in Göteburg versteckt. Ahh, da war eine X-332 in Fiskebaek zum Verkauf. Obwohl das Boot nicht auf der Liste steht, haben wir es uns bei der Gelegenheit gleich angesehen. Übrigens, da ich das erste Mal in Schweden war bin ich von den Schären absolut begeistert und ein Fan davon geworden. Irgendwann geht es mit dem Schiff dorthin 🙂

Einfahrt nach Göteburg

Dann tauchte im April 2019 eine X-302 auf. Ein schönes neueres Schiff und das in Deutschland 🇩🇪.  Auf nach Laboe um das Schiff anzusehen. (Leider kein Foto, da es geregnet hat 🙂 . 

Nach einer kurzen Pause ging es im Mai 2019 nach Ishoj 🇩🇰 eine X-312 anzusehen. Bei der Gelegenheit ging es ein 2. Mal nach letzten Herbst nochmal nach Kopenhagen. Eine sehr schöne Stadt die unbedingt anzusehen ist. Was ich besonders toll in Skadinavien finde, dass alles mit Apple Pay oder direkt mit Kreditkarte bezahlt werden kann. Sogar der Kaffee oder das Brötchen, etwas was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt.

Kopenhagen

Nun ging es Schlag auf Schlag innerhalb eines Monats nach Kreuzlingen 🇨🇭. An einem Freitag Abend mit der Bahn über Nacht nach Konstanz, um dann weiter nach Kreuzlingen, eine X-312 anzusehen. Auf der Schweizer Seite des Bodensees. Am gleichen Abend zurück mit dem Zug über Nacht nach Hamburg.

Konstanz

Der Tag in Konstanz am Bodensee war ein schöner Ausgleich für die bevorstehende nächtliche Rückfahrt. Ich habe keine Probleme mit Klimaanlagen, aber es war sau kalt in der Nacht in dem Zug. Zur Info, für 56 Euro mit der BahnCard 25 hin und zurück. Alles an einem Wochenende.      

Um die Entfernungen wieder kürzer zu halten ging es auch im Mai 2019 nach Makkum 🇾🇪 eine X-99 ansehen. Auf der Rückfahrt ging es durch Sneek. Eine schnuckelige kleine Stadt mit Grachten und reichlich Käseangebot. 

Sneek – Käsegeschäft

Eine Woche später dann nach Bogense 🇩🇰. Ein toller gemütlicher Hafen der es uns angetan hat und wo wir bestimmt eines Tages wieder hinfahren, aber auf dem Wasserweg.

Bogensee

Eine Woche später nochmal nach Bogense um einen zweiten Blick zu werfen. Das Boot hat es uns angetan, leider war eine Sache die uns nicht gefallen hat.

Mitte Juli ging es am Sonntag Abend mit der Bahn an den Bodensee 🇩🇪 eine X-99 ansehen. Aber dieses Mal mit einer Übernachtung und die Rückfahrt tagsüber. Die Nachtfahrten sind schon etwas anstrengend. Der Bodensee ist einfach schön.

Bodensee, mit der Schweiz im Hintergrund

Es ist vollbracht

Eine letzte Fahrt im August nach Nyborg 🇩🇰