Kategorie: Dänemark

Die Elbe ist schön, aber…..

Wie soll ich anfangen? Die Elbe ist schön, aber die Ostsee ist schöner? Nein, das wäre ungerecht und auch nicht zu vergleichen, beides hat seine Facetten und Ansprüche. Es hat uns im Urlaub auf der Ostsee so gut gefallen, dass wir wieder dorthin möchten und zwar nicht nur für einen Sommerurlaub, sondern für eine Segelsaison. Das Schiff einfach laufen lassen und das Meer genießen zu können mit unserer X-302.

Nach dem diesjährigen Sommerurlaub haben wir uns voller Eifer daran gemacht einen Liegeplatz für das nächste Jahr in der Kieler Förde zu finden. Alles andere ist zu weit weg von Glückstadt. Die Ernüchterung kam sehr schnell, es gibt keine freien Liegeplätze in der Kieler Förde.

Entscheidungen über frei gewordene Liegeplätze können erst zum Ende des Jahres mitgeteilt werden, aber die Aussicht nach einem freien Liegeplatz ist gering. Nach einigen Überlegungen käme noch Maasholm in Frage, aber der Weg ist einfach zu weit fürs Wochenende. Trotzdem angefragt und, Warteliste Platz 44 🙁

Also bleiben wir auf der Elbe und warten bis sich jemand bei meldet, dass noch ein Platz für uns frei wird?

Nach dem Rauskranen musste das Boot für den Transport in das Winterlager noch verzurrt werden. Es kam eine Seglerin vorbei und erzählte mir, dass sie in Marina Minde 🇩🇰 liegen würden und es total schön dort sei. Marina Minde ist in Dänemark 🇩🇰, ja bestimmt schön aber so weit weg, Maasholm lag bereits außerhalb unseres gesetzten Ziels, aber Dänemark ?

Da unser Herbsturlaub gerade begonnen hat und Corona uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat für ein paar Tage weg zu fahren, fanden wir die Idee gut einen Tagesausflug nach Dänemark zu unternehmen 😉

Tja, wie soll ich anfangen, gesetzte Grenzen sind dazu da um sie über den Haufen zu werfen?

Im Ort Egernsund 🇩🇰 auf einer Anhöhe angekommen und einen ersten Blick auf die Flensburger Förde war der erste Stich. Die Anfahrt zum Hafen war der zweite Stich. Der Hafen hat es uns beim ersten Eintreffen angetan, wir haben uns dort sofort wie Zuhause gefühlt. Der Hafen liegt abgeschieden, außer ein paar Ferienhäuser ist dort weiter nichts, einfach traumhaft schön mit der passenden Hafenatmosphäre. Viel zu überlegen gab es da bereits nichts mehr.

Fünf Tage später sind wir mit Fragen im Gepäck nochmal hin gefahren um diese zu klären. Auch dieses Mal sind wir wieder sehr aufgeschlossen und freundlich empfangen worden.

Klar wird hier eine Dienstleistung angeboten, aber alles mit Freundlichkeit und dem Gefühl hier gut aufgehoben zu sein. Nach ein paar Rückfragen u.a. zu den Größen der Boxen haben wir uns dazu entschlossen, für das kommende Jahr einen Liegeplatz zu buchen. Auch In Bezug auf Corona sollten die Grenzen wieder geschlossen werden, haben wir eine positive Auskunft bekommen.

Am Steg haben wir nette Segler aus Husum und Flensburg kennengelernt. Alle sind von dem Hafen und dem Personal begeistert. Eine Bestätigung für uns alles richtig gemacht zu haben.

Freuen wir uns auf die kommende Saison um „neXt level“ dort festmschen zu könnnen.

Ein paar erste Eindrücke 🙂

Imagefilm Marina Minde „Ein Stück Urlaub für Zuhause“

Mit freundlicher Genehmigung des Yachthafens Marina Minde.

Sommertörn

Seetagebuch:

1. Tag Samstag
Glückstadt – Brunsbüttel
gesegelt 15,6 nm – Zeit 3:32 Std.
Durchschnitt 4,4 kn – Max. 8,2 sm
Wind: 13 Knoten / 19 Knoten
Der Sonntag war der eigentliche geplante Tag zum Losfahren, da aber für Sonntag viel Wind und Regen vorausgesagt war, sind wir bereits Samstag Abend mit ablaufender Tide Richtung Brunsbüttel gestartet.
Zur Einstimmung nach Brunsbüttel war das schon gut, mit bis zu 16 Knoten Wind.
Nach ca. 45 Min. Wartezeit vor der Schleuse konnten wir schleusen und sind dann in den Hafen um dort fest zu machen. Wir haben in einem Päckchen neben Vereinskameraden festgemacht, die am nächsten Morgen um halb acht Richtung Glückstadt ablegen wollten.

Brunsbüttel bei Nacht, durch den regen Schiffahrtsverkehr ist dort immer etwas los

2. Tag Sonntag
Brunsbüttel- Rendsburg NOK
Motor 36 nm – Zeit 7:05 Std.
Um halb acht ging es dann auch los in Richtung Rendsburg. Kurz nach dem Ablegen ging der versprochene Regen los, als hätte der Himmel alle Pforten geöffnet. Nach ca. 1,5 Stunden hatte das Wetter alles ausgegossen, was da oben vorhanden war.

Regen was das Zeug hält

3. Tag Montag
Rendsburg – Laboe
19 nm Motor
3 nm Segelzeit auf der Kieler Förde nach dem NOK bis nach Laboe.
Zeit 5:00 Stunden gesamt.
Im Kanal haben uns viele überholt, an der Schleuse Holtenau warteten alle, als wenn sie auf uns gewartet haben um mit uns ausschleusen zu können. 🙂

Ankunft Kieler Förde in Richtung Laboe

4. Tag Dienstag
Laboe Hafentag, ordentlich Wind.
Für den Anfang zu viel Wind für uns um nach Marstal abzulegen
Mit der Fähre sind wir nach Kiel um einen Ausflug zu unternehmen.

5. Tag Mittwoch
Laboe Hafentag, erneut viel Wind.

6. Tag Donnerstag
Laboe Hafentag, wieder viel Wind.
Wir haben Wäsche gewaschen und alles vorbereitet für die Abfahrt am nächsten Tag.

Kartenarbeit

7. Tag Freitag
Laboe – Marstal
Gesegelt 31,8 nm – Zeit 9:03 Std.
Durchschnitt 3,5 kn – Max. 6,9 Knoten
Schweinswal gesehen.
Was für ein Wetter, perfekter Wind und Temperaturen, die sich dann den ganzen Urlaub durchzogen, SOMMER, ole ole !!!
Wir sind von 6 Stunden Segelzeit ausgegangen, zwischenzeitlich hat der Wind eine Pause eingelegt, was die lange Fahrtzeit verursachte.

Kiel Leutturm


Entschädigt wenn man das so sagen kann, wurden wir mit dem Auftauchen und den Geräuschen eines Tümmlers direkt neben dem Boot. Das allein war ein nie zu vergessendes Geräusch.

Einfach klasse⛵


Die Weite – übers Meer zu fahren und zu schauen ist einfach unbeschreiblich schön.

Die Weite


In Marstal angekommen und nach Ausschau eines freien Liegeplatzes stand direkt am Kopf eines Stegs jemand der uns zurief „hier ist noch ein Platz frei“.
Wie krass ist das denn, da wir eh spät dran waren dachten wir schon, dass es schwierig sein wird einen Liegeplatz zu bekommen.
Freundlicherweise hat der gute Mann uns am Steg angenommen, es wurden ein paar Sätze ausgetauscht und weg war er wieder. Nochmals vielen Dank an den Segler aus „Wedel“.

Marstal im Hafen 🇩🇰


Wir hatten nach der langen Fahrzeit schon gedacht nur schwer einen Liegeplatz zu bekommen, aber so einfach, damit hatten wir nun gar nicht gerechnet.

8. Tag Samstag
Hafentag-Marstal
Mit der Erkundung von Marstal und dem Besuch des Schifffahrtsmuseums.
Bei der Gelegenheit habe ich beim örtlichen Ausrüster ein Fall gekauft um mir eine Cunningham fürs Großsegel einzubinden. Es gibt immer etwas zu kaufen und zu basteln 🙂

Marstal
Marstal Strand

9. Tag Sonntag
Marstal – Söby
Gesegelt 31,2 sm – Zeit 8:28 Std.
Durchschnitt 3,7 – Max. 8 Knoten
Anfangs 18 Knoten dann weniger bis auf 0 Knoten
ca. 2 Stunden unter Motor
Es war so geplant, nicht innen um die Insel zu Segeln, sondern außen um die Insel nach Avernakö. Anfangs lief es gut mit bis zu 17 Knoten am Wind. Aber nach und nach ließ der Wind nach, so daß am Ende nur noch 2-3 Knoten übrig blieben, hmmm. Hätte man das am Anfang nicht so aufteilen können das der Wind gleichmäßig bleibt, ich meine ja nur…..

Kurz vor der Flaute


Planänderung und ab nach Söby. Wie sollte es auch hier wieder sein, es standen zwei Frauen am Steg und empfingen uns zum Festmachen. Klasse, haben oft gelesen, dass die Hilfe oft bemängelt wurde, bis jetzt stellte sich raus, bei uns nicht. Wie sich herausstellte war dies ein kleiner gemütlicher Hafen. So gemütlich das wir im Nachhinein noch gedacht haben, warum sind wir nicht noch einen Tag länger geblieben.

Hafeneinfahrt von Söby

10. Tag Montag
Hafentag Söby
Schönstes Wetter um den Ort und die Umgebung zu erkunden.
Es war so warm das ich keine Lust hatte 5 KM zu laufen um zu dem Leuchtturm zu kommen. Vom Wasser aus sieht er besonders toll aus. Gebaut 1881, als Andenken haben wir später ein gemaltes Bild im Rahmen gekauft 🙂

Hafen von Söby
Weg zum Strand

Tag Dienstag
Söby – Maasholm
Gesegelt 26,4 sm – Zeit 6:27 Std.
Durchschnitt 4,1 – Max. 8,5 Knoten
Schweinswal gesehen

Etwas weit weg, aber immerhin 🐬


1x gerefft, vorsorglich da am Horizont eine schwarze dunkle Front aufzog, da aber der Regen und der Wind ausblieb, haben wir wieder ausgerefft.
Aufgrund der Windverhältnisse haben wir einen Schlag nach Maasholm gemacht. Beim Ablegen waren wir noch offen mit dem Ziel und hatten die Möglichkeit nach Mommark, Sonderburg oder Höruphav zu Segeln. Sonderburg oder Höruphav wäre genau gegen an gewesen.

Tag Mittwoch
Hafentag Maasholm
Wind bis zu 23 Knoten in der Spitze.
Wir haben den Ort erkundet und wie oben erwähnt das Bild in einer Galerie gekauft.

Schöner Weg in einer Baumallee
Abendstimmung in Maasholm


Ein schöner gemütlicher Hafen wo wir uns vorstellten könnten, mal eine Saison das Boot liegen zu haben. Aber die Anfahrt ist dann doch leider etwas zu weit, schade.

Kochen ging hervorragend

Tag Donnerstag
Maasholm – Laboe
Gesegelt 24,2 sm – Zeit 7:30 Std.
Durchschnitt 3,2 – Max. 6,4 Knoten
Der Plan war nach Eckernförde zu Segeln. Der Plan wurde jedoch in der Eckernförder Bucht über Bord geworfen, da der Wind schlagartig nachließ.
Als wird endlich aus der Landabdeckung raus waren lief es mit einen kleinen Verholeschlag gut bis nach Laboe.

Ausfahrt aus der Schlei

Tag Freitag
Hafentag – Laboe

Tag Samstag
Laboe
Gesegelt 9,04 sm – Zeit 2:14 Std.
Durchschnitt 4.0 – Max 6,7 Knoten
Da wir einen festen Platz in der Marina hatten konnten wir ablegen, in der Kieler Förde Segeln und wieder am gewohnten Platz anlegen, herrlich.

Fast wie in der Südsee

Tag Sonntag
Abfahrt in den NOK – nach Rendsburg
23,6 sm – 5:21 Std.
Alles unter Motor 5:21 Min.
1,5 Stunden vor der Schleuse in Holtenau gewartet. Bis auf einen Frachter waren alles Freizeitboote in der Schleuse.
Rendsburg eignet sich als Zwischenstopp, dann ist die Durchfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal nicht so lang, jedenfalls gefühlt.

Tag Montag
Weiterfahrt Rendsburg nach Glückstadt
Abfahrt 7:30 – Ankunft Schleuse Brunsbüttel 14:30
Motor 7 Stunden fahrt
ca. 30 Min. Wartezeit vor der Schleuse
49,3 sm – Zeit 9:24 Stunden
max. gesegelt 10 Knoten
1,5 Stunden von Brunsbüttel nach Glückstadt gesegelt
Ankunft 17:00 Uhr
Zum Abschluss wurden wir nochmal verwöhnt von Brunsbüttel nach Glückstadt.

Auf der Elbe angekommen kurzt vor dem Auffrischen des Windes


Der Wind frischte auf, so daß wir noch gute bis zu 16 Knoten Wind hatten.

Für unseren ersten Törn auf der Ostsee ist es perfekt gelaufen. Keine Manöver sind schief gelaufen, dass Boot zeigte für den ersten großen Auflug nach dem Kauf im letzten Jahr kein bösen Üerraschungen.
Das Leben auf dem Boot war für die ganze Zeit sehr entspannt. Kochen, abwaschen und alle anderen Dinge liefen klasse.
Zum Anfang haben wir uns viel den Kopf gestoßen oder viel gesucht, wo haben wir was verstaut, aber nach einer Eingewöhnungsphase lieft alles klasse.
Freuen wir uns auf das nächste Jahr !